Zukunftskongress Logistik 2019

Keynote: Das Ende der Vorher-Nachher-Bilder

In der Silicon Economy werden bestehende Geschäftsmodelle auf den Kopf gestellt. Wer weiß das besser als eine Agentur für Digital Business? Drei Fragen an Christoph Bornschein, Geschäftsführer und Mitgründer der TLGG GmbH und Keynote-Speaker auf dem »Zukunftskongress Logistik – 37. Dortmunder Gespräche«.

Herr Bornschein, Sie leiten eine Agentur für Digital Business. Welche aktuellen Entwicklungen werden Ihrer Meinung nach am disruptivsten bisherige Geschäftsmodelle auf den Kopf stellen?

Christoph Bornschein: »There’s only two ways I know of to make money: bundling and unbundling«, sagte der Unternehmer James Barksdale einmal. Die Digitalisierung von Businessprozessen entflechtet traditionelle Wertschöpfungsketten, reichert sie an und entwickelt neue Leistungen. Da »Wertschöpfung« im Grunde jedes Geschäftsmodell ist, dürfte auch jedes Geschäftsmodell grundlegend betroffen sein.

 

In welchen Bereichen sehen Sie als Beratungsagentur den größten Handlungsbedarf für Unternehmen? An welchen Stellen sind sie zu zögerlich?
                              
Christoph Bornschein: Wir leben und wirtschaften in unsicheren Zeiten rasanter Veränderungen mit ungewissem Ausgang. Das erfordert die Fähigkeit, das bisherige Geschäft zu halten und zu pflegen und zugleich auf neue, flexible Alternativen zu setzen – also unternehmerische Wetten abzuschließen. Diese Beidhändigkeit zu entwickeln und zum Leitmotiv moderner Unternehmensführung zu machen, fällt vielen noch schwer.

Wie stark wird sich der Arbeitsplatz der Zukunft wandeln? Und was müssen wir als Gesellschaft tun, um uns darauf bestmöglich vorzubereiten?

Christoph Bornschein: Sehr stark. Und wir müssen gesellschaftlich im Grunde ähnlich unternehmerisch handeln: Wir müssen traditionelle Stärken, Werte und Prozesse pflegen und schützen und zugleich neue und flexible Prozesse und Fähigkeiten aufbauen – Bildungsreformen, digitale Verwaltung, stärkere Teilhabe und eine starke Sozialgemeinschaft.